LANDSCHAFT UND BEVÖLKERUNG
Rund 1.250 km ist Gran Canaria vom spanischen Mutterland entfernt. Die einst waldreiche Insel, deren Bewohner früher von der Landwirtschaft lebten, lebt mittlerweile fast vollständig vom Tourismus. Gran Canaria weist eine erstaunliche Vielfalt an Landschaften auf engstem Raum auf: schroffe Felsformationen im Landesinneren, eine fruchtbare Küstenlandschaft im Norden, sanfte Dünenlandschaften im Süden und eine bizarre Steilküste im Westen. Die Insel ist tatsächlich, wie es der deutsche Geologe von Buch im vorigen Jahrhundert einmal treffend formulierte, „ein Kontinent im Kleinen“.
Gut 900.000 Menschen leben auf Gran Canaria, mehr als die Hälfte davon in und um die Hauptstadt Las Palmas de Gran Canaria. Gran Canaria ist zwar nur die drittgrösste der 7 Kanarischen Inseln, aber dafür die am dichtesten besiedeltste Insel des kanarischen Archipels. Immerhin fast 50% der Einwohner aller 7 Inseln leben auf Gran Canaria. 8,5% der Bevölkerung sind Ausländer: rund 25.000 sogenannte „Residenten“ haben ihren festen Wohnsitz auf der Insel, die Deutschen stellen mit rund 15.000 Menschen den grössten, nicht-spanischen Bevölkerungsteil. Pro Jahr besuchen übrigens rund 3,3 Millionen Touristen die Insel, also viermal so viel, als sie Einwohner hat. Die Kanarier selbst fühlen sich nicht wirklich als Spanier, sie sind „Canarios“ mit einer eigenständigen Kultur, und einer Lebensweise, die mehr an Südamerika als an Europa erinnert.
Und auch die Sprache weicht etwas vom „Castellano“, der hochspanischen Sprache ab. So findet man auch hier Einflüsse aus Südamerika, die Kartoffel z.B. heissen nicht etwa „patatas“ wie in Spanien üblich, sonder „papas“ wie in den meisten Ländern Südamerikas |